Archiv für den Monat: November 2018


Herzlich willkommen!
Workshop für Studierende und Interessierte:

Barabern und Strawanzen

Soundspaziergänge zu politischen und Wirtschafts-Wanderbewegungen nach München aus Süd und Ost

Termine zweiphasiger Workshop:
1./2. Dezember 2018
& 2./3. Februar 2019 (ganztägig)

Ort Workshop:
Galerie Lothringer 13_FLORIDA, Lothringerstraße 13, München

Leiterinnen:
Dr. Elena Messner
und Dr. Brigita Malenica

Termine Soundspaziergang für alle Interessierten: ab dem 3. Februar 2019
Termine & Treffpunkt für den öffentlichen Soundspaziergang folgen auf der Homepage

Bei Interesse am Workshop (mit kurzem Motivationsstatement) sowie am öffentlichen Soundspaziergang bitte E-Mail an info@balkanet.de, Betreff: Barabern und Strawanzen, Ansprechpartnerin: Brigita Malenica

Im Workshop „Barabern und Strawanzen“ erarbeiten wir einen thematisch fokussierten Soundspaziergang zur Migration nach München. Als künstlerisch-wissenschaftliche Intervention angelegt, zielt der Spaziergang darauf ab, im kollektiven Arbeitsprozess wie auch im gemeinsamen Erleben des Endprodukts das Bewusstsein für Migrationsprozesse zu schärfen und ein alternatives Stadtgefühl zu vermitteln.

Dabei graben wir Tief im Unterbewusstsein der Stadt München: Barabern ist ein in Vergessenheit geratenes Wort, das im bairischen Dialekt für das schwere Arbeiten steht. Seinen Ursprung hat es im oberitalienischen Wort barabba, dem Landstreicher. Es kam Ende des 19. Jahrhunderts mit italienischen und slawischen Eisenbahnarbeitern nach Bayern und Österreich ‑ und stand lange Zeit für den Erd- und Hilfsarbeiter. Auch das Strawanzen, das nichtsnutzige Herumstreunern, wanderte aus dem Italienischen in die bairisch-österreichische Umgangssprache ein. In diesen Worten drücken sich negative Zuschreibungen an die Fremden, von welchen die Geschichte der Arbeitsmigration begleitet wird ebenso aus wie auch ihre mögliche liebevolle und humorvolle Umdeutung. Sie sind unser gedanklicher Ausgangspunkt für die kritische Erforschung einer Lokal- und Regionalgeschichte der Migration, die wir in ihren globalen Verflechtungen zu lesen beabsichtigen.

Als erster thematischer Schwerpunkt wird aus aktuellem Anlass, dem 50. Jahrestag des Gastarbeiteranwerbeabkommens der BRD mit der SFR Jugoslawien (1968), die Migration aus Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten nach München im Vordergrund stehen. Zwar stellen alle Migrant*innen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens zusammen genommen die größte Migrant*innengruppe in München dar, zugleich ist ihre Geschichte in der Stadt kaum sichtbar. Im Spaziergang soll eben diese Geschichte mit ihren vielen Gesichtern erhört werden. Dabei soll es nicht nur um die Geschichte der Gastarbeiter*innen, sondern auch um andere Formen der Migration gehen. Dokumente, Texte, Geschichten, Sounds und Orte gilt es zusammen zu entdecken, zu verweben und öffentlich zu machen. Alle, die ihre eigene Geschichte entdecken wollen sind ebenso wie alle Interessierten dazu eingeladen.

Eine Fortsetzung der Workshop-Reihe zu neuen Schwerpunktthemen ist geplant.